Wie schon viele Male zuvor gab es auch beim 38. Jazz-Symposium am Ganztagsgymnasium Osterburken (GTO) wieder einiges zu „erhören“. Unter der Organisation von Patrick Penndorf brachten Musikerinnen und Musiker aus vier Schulen die bis auf den letzten Platz gefüllte Aula im Hauptgebäude zum Beben.
Die zum Teil weit angereisten Musikerinnen und Musiker legten sich vor vollem Haus mächtig ins Zeug. Auch zahlreiche ehemalige Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte hatten den Weg in ihre alte – und inzwischen neue – Schule gefunden und brachten so ihre enge Verbundenheit mit dem GTO zum Ausdruck. Neben den Gastgebern traten das Kopernikus-Gymnasium Aalen-Wasseralfingen unter der Leitung von Simone Eiberger, das Burghardt-Gymnasium Buchen unter der Leitung von Corinna Meixner und das Nicolaus-Kistner-Gymnasium Mosbach (NKG) unter der Leitung von Thomas Heckmann an. Sie jazzten um die Wette, bis die Schulaula bebte, und wie in jedem Jahr hatte das Symposium auch diesmal seinen ganz eigenen Charakter.
Nach dem Aufbau am Morgen stand zunächst die Probe des gemeinsamen Stücks in der Aula auf dem Programm. Am frühen Nachmittag stellten sich die von Patrick Penndorf eingeladenen Dozenten mit einem kurzen Konzert vor. Anschließend verteilten sich die Teilnehmenden in zwei Durchgängen auf verschiedene Combos und Improvisationskurse, die den Nachmittag füllten. Hier konnten die jungen Talente so manchen Impuls ihrer erfahrenen Dozenten aufgreifen, und sie griffen ihn auf, wie der Abend zeigen sollte.
Ab 19.00 Uhr zeigten die jungen Musikerinnen und Musiker im rund zweieinhalbstündigen Abschlusskonzert in der GTO-Aula ihr jazzig-grooviges Können, und das konnte sich wahrlich hören lassen. Prasselnder, langanhaltender Beifall belohnte die Instrumental-, Gesangs- und Solobeiträge, mit denen das begeisterte Publikum ein breites Repertoire geboten bekam.

Den passenden Auftakt zum Abend lieferte die GTO-Rockband „Absturzgefahr“ unter der Leitung von Patrick Penndorf mit „Tage wie diese“ von den Toten Hosen. Danach begrüßte der sichtlich begeisterte stellvertretende Schulleiter Uwe Rossa die besonders treuen Gäste des Symposiums. „Unser Symposium wirkt jünger denn je“, so Rossa, der den Erfolg auf eine altbewährte Formel zurückführte: bewährte Köpfe und bewährte Standards, kombiniert mit neuem Equipment. Er gratulierte dem NKG zum 60-jährigen Bestehen der dortigen Big Band und hieß auch die weiteren auswärtigen Big Bands willkommen, außerdem die GTO Big Band und die GTO-Kiddies’-Band unter der Leitung von Patrick Penndorf sowie die Ehemaligen-Big Band des GTO unter der Führung von Gernot Ludwig. Sein Dank galt den engagierten Dozentinnen und Dozenten Eva Albersdörfer, Marco Diewald, Matthias Gleich, Lars Meyer, Veronika Niedermeyr, Wilhelmine Reihl, Maximilian Schinke und Felix Schmid sowie den zahlreichen Helfern, Technikern, Eltern und weiteren Unterstützern aus der Schulgemeinschaft. Ein besonderes Dankeschön ging an Amely Merkel, die das Motiv für Flyer und Plakate gestaltet hatte. Dann gab Rossa die Bühne frei.
Den Anfang machte die GTO-Kiddies’-Band unter der Leitung des Organisators Patrick Penndorf mit „Smoke on the Water“ von Deep Purple, einem wahrhaft zeitlosen Klassiker, der sichtlich überzeugte. Anschließend griff die Big Band des NKG aus Mosbach ins jazzige Geschehen ein. Mit dem inspirierenden „Drama For Your Mama“ und „Rock Hero“, beide von Victor López, sowie „Separate Ways“ von Journey überzeugte sie das zahlreich erschienene Publikum, das langanhaltenden Beifall spendete.
Die KGW Big Band aus dem fernen Wasseralfingen präsentierte danach ein neues Arrangement: Dem schmissigen „Eye of the Tiger“ von Survivor folgte klangstark „Skyfall“ von Adele Adkins und Paul Epworth mit starker Gesangseinlage. Mit „Moves Like Jagger“ von Maroon 5 und Christina Aguilera rundete die Band ihren Beitrag gekonnt ab und erntete viel Applaus. Die Ehemaligen-Big-Band des GTO unter der Leitung von Gernot Ludwig setzte in ihrem breiten Potpourri mit „In the Mood“ von Joe Garland und Glenn Miller, „Spain“ von Chick Corea und „Brass Machine“ von Paul Jennings eigene jazzige Akzente.

Nach der Pause eröffnete ein Gesangsbeitrag aus dem gemeinsamen Gesangsworkshop ausgewählter Sängerinnen und Sänger aller Schulen den zweiten Teil des Konzerts: „Centerpiece“ von Lambert, Hendricks & Ross begeisterte das Publikum ebenfalls. Nun war die Big Band aus Buchen an der Reihe. Das schmissige „Perdido“ von Ervin Drake und Harry Lenk, das getragene „Shallow“ von Bradley Cooper und Lady Gaga und die gelungene Synthese beider Klangwelten, „Blinding Lights“ von The Weeknd, ließen sich bestens hören. Es folgte die GTO Big Band mit „Que Pasa“ von Ralph Gingery und dem getragenen Evergreen „I Wanna Dance with Somebody“ von Whitney Houston, gesungen von Gesangstalenten des GTO, was durchaus zu Tanzeinlagen führte.
Höhe- und Endpunkt des Abends war das von Marco Diewald eigens komponierte gemeinsame Schlussstück aller Bands: „Brothers Argument“. Die Reminiszenz an die Großen dieser Welt rief auf ihre eigene, getragene Weise zu Frieden und Verständigung auf. Was Brüdern möglich ist, sollte auch den Verantwortlichen in West und Ost möglich sein. Lang anhaltender, verdienter Beifall beschloss das diesjährige 38. Jazz-Symposium. In seinen Schlussworten dankte Patrick Penndorf dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) und der Schulstiftung Baden-Württemberg für ihre Unterstützung.

Die GTO Big Band und der Jazz allgemein haben dank des jahrzehntelangen Engagements von Gernot Ludwig einen hohen Stellenwert am GTO. 2005 erreichten die Bands einen zweiten Preis beim Landeswettbewerb „Jugend jazzt“. In der aktuellen Formation spielen Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 12 miteinander. Die Band umrahmte zahlreiche Veranstaltungen im Neckar-Odenwald-Kreis, darunter die Preisträgerveranstaltung von „Jugend forscht“. Neben der Gastgeberrolle beim GTO Jazz-Symposium ist das GTO inzwischen auch Kooperationspartner beim innovativen Nachwuchs-Jazz-Festival „UpBeat-Hohenlohe“. So gab es im Mai 2023 ein gemeinsames Konzert mit der Band „Virtual Leak“ in Bad Mergentheim.
In der Aula des GTO kamen in den vergangenen Jahrzehnten Bands von mehr als 70 Schulen Baden-Württembergs und tausende junge Musikerinnen und Musiker zusammen, um gemeinsam den Jazz zu feiern. Den kreativen Anstoß gaben Anfang der 1980er-Jahre die Symposium-Begründer Gernot Ludwig und Bernd Reißfelder. Ihre Grundidee war es, Treffen der Jazzbands benachbarter Schulen zu organisieren; Umsetzung und Vision beruhten dabei auf dem Leitbild des GTO.

Und erneut ist sicher: Die GTO Big Band und die gesamte Schulgemeinschaft blicken mit Vorfreude auf das spannende und kreative 39. Jazz-Symposium im 62. Jahr des Bestehens des GTO.
